Do you remember me
Erzählung von Corinna Wagner

1.
Sie lag im Bett, mit offenen Augen, sah in die Dunkelheit des Zimmers, und lauschte den Geräuschen, die von draußen zu ihr drangen..
Vor ihr befand sich die Tür zum Flur, nur erkennbar an dem hellen Schimmer, der den Türrahmen umgab. Sozialer Wohnungsbau der 60er-Jahre, Wohnzimmer mit Kohleofen, der Geruch nach Kohl in den Treppenhäusern. Und ein winziges, schlauchartiges Kinderzimmer mit dem durchgelegenen Bett, in dem sie lag.

Dana hasste dieses Leben, und entsprechend renitent war ihr tägliches Benehmen.
Sie hasste die Kiesflächen vor den Wohnblocks, die wie die Teppichfransen der Läufer täglich geharkt werden mussten.
Sie hasste den Sandkasten, i
n dem sie möglichst fehlerfreie Sandkuchen backen sollte.
Sie hasste ihre albernen Artgenossen, die wie sie am Nachmittag draußen spielen mussten, während die dauergewellten Mütter Teppiche klopften, das Abendessen für den heimkehrenden Familienvater zubereiteten und in wechselnder Besetzung übereinander herzogen.
Es kam nicht von ungefähr, dass die Ästhetik der stromlinienförmig geharkten Kiesflächen von Danas Rollschuhvollbremsungen empfindlich gestört wurde, der Sandkasten meist einem Matschsee glich und das Flurfenster im Treppenhaus des Wohnblocks sich eines Tages aus der Verankerung löste und mit gewaltigem Scheppern in 1000 Stücke zersprang.

Obwohl es verboten war, schlich Dana sich in die Nähe der NPD-Kundgebungen, die ganz in der Nähe stattfanden, und über die in Gegenwart der Kinder stets gewispert wurde. Sie bestaunte das Polizei-Aufgebot und die ehrfurchtgebietenden Gummiknüppel und Schlagstöcke, die sie nur aus dem erst kürzlich angeschafften Schwarzweiß-Fernseher kannte.

Wenn sie mit den anderen Kindern draußen herumlungerte, hockte sie sich im Schneidersitz vor die Jungs, die sich breitbeinig und machomäßig vor ihr aufbauten, und versuchte, das Innenleben ihrer kurzen Lederhosen zu ergründen. Manchmal hatte sie Glück und es gelang ihr der Blick auf einen Körperteil, über den sie offiziell erst viel später etwas erfahren durfte.

Dana spielte nicht mit Puppen, sie verabscheute sie - abgesehen von Barbie und Ken, die sie Dinge tun ließ, die zu ihrem Leidwesen aufgrund der unvollständigen Ausstattung von Kens Physiognomie nicht wirklich vorstell- und durchführbar waren.

Am liebsten trieb sie sich in einer Kirchenruine herum, ein Relikt aus Kriegstagen, das sich in einem kleinen Park auf der anderen Straßenseite befand. Dach und Frontseite waren verschwunden, das Kirchenschiff hatte die Bomben aber überlebt und beherbergte jetzt Blumenbeete und Kränze, die dort im Gedenken an die Kriegsopfer abgelegt wurden.
Das ganze Bauwerk war von dichtem Gestrüpp umgeben, mit Platz für Verstecke und heimliche Durchgänge zu Nischen mit hellen Sonnenflecken ..
Hier war Danas Welt, hier fühlte sie sich sicher, und ersann ihre Geschichten, die mit der Gegenwart wenig gemein hatten. Sie handelten nicht von Vietnam und Cambodia. Es gab darin kein Palästina und keinen Gaza-Streifen, keine Angst vor dem Krieg, der ihr Bewusstsein als Möglichkeit erst kürzlich erreicht hatte, und jetzt schleichend wie ein Tumor ihren Kinderalltag zerstörte.

Auch heute hatte sie diese Angst nach den 8-Uhr-Nachrichten erfasst. Sie hatte sich geweigert, ins Bett zu gehen, wollte auf den Kacheln des koksgefütterten Kohleofens sitzen bleiben und mürrisch und aufbrausend wie immer ihre Eltern beim Konsum des täglichen Abendprogramm beobachten.
Sie konnte nicht verstehen, dass diese mit dem dumpfen Versinken in eine geordnete und fortschrittliche Welt dem Chaos entrannen, dass die Kriegsjahre gekennzeichnet hatte, und die heimliche Verachtung, die Dana dabei schon damals empfand, würde sie ihr Leben lang nicht loslassen.

Ihre Mutter hatte ihr eine geklebt an diesem Abend, was sie selten tat; sie wusste sich nicht zu helfen angesichts der unbequemen Tochter, die mit 8 zwar über die Halbwertszeit von Uran Bescheid wusste, aber eine Katastrophe war im täglichen Zusammenleben.

Dana war zutiefst gekränkt ins Bett gegangen, wo sie sich nun wüsten Rachephantasien überließ. Böse starrte sie die Tür zum Flur an und überlegte detailliert, was sie mitnehmen musste bei einer Nacht-und-Nebel-Flucht aus dem Grauen der Mittelmäßigkeit, die sie umgab.
Die Klinke wurde heruntergedrückt und ihre Oma betrat das Zimmer. "Dana?" Dana antwortete nicht. "Du musst nicht immer gleich so gemein werden, es tut dir doch keiner was." Dana schnaubte empört. "Sie meinen es nur gut!" Das war zuviel und Dana brach in Tränen aus. "Das ist nicht wahr! Keiner versteht mich, du bist die einzige, der es nicht egal ist, was aus mir wird!" Sie war verzweifelt, die Tränen liefen ihr über das Gesicht. Ängste und Verlassenheit beherrschten sie vollkommen in diesem Augenblick und die Welt erschien als ein düsterer Ort.
Es war ihr 9. Geburtstag.

 

 
 

2.
Sie warfen die Schulranzen in die Ecke und setzten sich auf das ausziehbare Bett in Danas Zimmer.
Kürzlich war ein sogenanntes Jugendzimmer angeschafft worden - weißer Kunststoff mit knallroten Griffen an den Schränken und Regalen. Dazu ein Teppich in verschiedenen schrillen Rot- und Lilatönen, das Bett, und eine rote Lampe mit 5 großen weißen Kugeln..
Es war der letzte Schrei und Dana war stolz darauf, obwohl eine leise Stimme in ihrem Inneren ihr zuraunte, dass es im Grunde eine entsetzliche Geschmacksverirrung war. Doch sie hatte beschlossen, dieses eine Mal wegzuhören; sie war wild entschlossen, einmal einfach glücklich zu sein. Schon allein wegen Hanna. Sie war in ihrer Klasse, erst kürzlich zugezogen, und die zwei Mädchen hatten sich schnell angefreundet. Dana war fasziniert - Hanna war ein Jahr älter als sie, sah aus wie ein Engel und tat grundsätzlich nur, was ihr in den Kram passte.

"Lass uns rübergehen", schlug sie jetzt vor und Dana nickte. "Hast du es dabei?" fragte sie und kicherte etwas atemlos. Hanna grinste mit leicht verschlagenem Gesicht und fischte ein Büchlein aus der Jackentasche, das sie Dana vor die Nase hielt.
Sie verließen die Wohnung, die inzwischen eine Zentralheizung besaß, und gingen zu der alten Kirche gegenüber. Ihr Ziel war nicht das mit Platten aus rotem Sandstein ausgelegte Kirchenschiff, sondern ein schmaler Durchgang in dem Dickicht rechts neben der Kirchenmauer. Kleine Pfade waren von Kreaturen, die wie sie ein verstecktes Plätzchen gesucht hatten, in das Gestrüpp getreten worden. Nach circa 20 Metern gelangten sie zu einer Nische in der Kirchenmauer. Sie setzten sich auf zwei Obstkisten, die sie hier deponiert hatten, und Hanna öffnete das Buch mit dem Titel "Freche kleine Sekretärinnen" .
Es handelte sich um eines der vorgeblich freizügigen, doch letzendlich unsäglich verklemmten erotischen Machwerke der Oswalt-Kolle-Ära, und Hanna hatte es ihrem Vater geklaut. Sie vertrat die Ansicht, dass er als Pfarrer ohnehin nichts mit solchem Schweinkram am Hut haben sollte, und sie und Dana damit ohnehin viel mehr anfangen konnten.

Abwechselnd lasen sie sich den zweideutigen Text vor, bis der Drang, etwas zur Handlung beizutragen, überwog. Hanna hatte dabei einige Übung und es war nicht das erstemal, dass Dana mit ihr Umgebung, Erziehung, Namen und Adresse völlig vergaß.
Es waren magische Augenblicke unter einem grünen Blätterdach, durch sichtbare und unsichtbare Mauern getrennt von der Welt, die sie kannten .. in einem magischen Alter.
Schließlich fand Hanna die Sprache wieder. Etwas verlegen sagte sie:. "Übrigens .... ich hab noch eine Überraschung für dich. Es ist doch Freitag... und meine Mutter hat nichts dagegen, wenn du heute bei mir übernachtest. Mein Zimmer ist auf dem Dachboden, da stört uns keiner und wir können es uns richtig gemütlich machen ... mit Kerzen und so."
Dana sah sie an und nickte langsam und erfreut. Ihre Knie waren ein bisschen weich, als sie Hanna antwortete. "Klar. Das wird sicher toll!"
Es war ihr 14. Geburtstag.


3.
Ein modriger Geruch stieg in Danas Nase, als sie mit der Gartenschaufel den weichen Waldboden bearbeitete.
Sie hatte sich das einfacher vorgestellt - einfach ein Loch buddeln, den Schuhkarton mit der Kaninchenleiche hineinlegen und das Ganze wieder mit Erde bedecken. Den Gedanken an den perfekten Mord konnte sie erst einmal knicken, dachte sie und lächelte schief, die Beseitigung des Opfers wäre viel zu kompliziert ...
Neben ihr stand Frederic, ihr langjähriger Lover, dem sie das Schaufeln untersagt hatte. Es war ihr Häschen gewesen und deshalb musste sie es allein begraben. Das hatte allerdings zur Folge, dass Frederic nicht eben zu einer angemessen feierlichen Stimmung beitrug - schon im Auto hatte ihn die Suche nach einer geeigneten Begräbnisstätte unruhig und reizbar gemacht. Jetzt beschäftigte er sich damit, die Fliegen zu verscheuchen, die ihn auf der sonnenbestrahlten Waldlichtung umsummten und sich unvorsichtigerweise gelegentlich auf seinem nach Aftershave duftenden Gesicht niederließen. Dana seufzte. Irgendwie hatte sie sich das Leben in einer Beziehung anders vorgestellt, als sie vor 3 Jahren Frederics originelles Werben um ihre Gunst erhört hatte. Frederic war originell bei allem, was er tat. Nur langsam aber sicher ging er ihr auf die Nerven. War sie undankbar?
Nach ihrem Informatik-Studium hatte sie das Glück gehabt, eine krisensichere und gut bezahlte Stelle beim Staat zu ergattern. Sie war für die Wartung der Datenbank-Server zuständig, die Behörden und Stellen wie Wetterdienste und Katastrophenschutz erfassen und verwalten, und um nicht komplett zum Nerd zu werden, gab sie sich einmal in der Woche dem organisierten Singen hin. Der leicht schräge Gospel-Chor bei Ally McBeal hatte sie von jeher fasziniert, und schließlich war sie selbst in einem solchen gelandet - und damit bei Frederic.
Er war der Chorleiter, gesegnet mit einer Altstimme, die ihr Herz schon beim ersten Grüß-Gott-sagen hatte hüpfen lassen, und im täglichen Leben erfolgreicher Anwalt in einer kleinen Kanzlei. Zudem ein stattliches Exemplar, sozusagen der Mann, dem die Frauen vertrauen, und das tat denn auch Dana auf ihrer immerwährenden Suche nach dem Rama-Frühstück Partnerwahltechnisch war er ideal, alles passte. Sollte sie das etwa misstrauisch machen? Es konnte doch sein, dass in ihrem Leben einmal wirklich etwas klappte, und bislang sah es ganz so aus.
Frederic war aufmerksam, liebevoll, wartete im Bett auf ihr "zweites Mal", (obwohl sie eigentlich viel lieber aufgehört und ihren Pathologenkrimi weitergelesen hätte), er lud sie zum Essen ein und sah die gleichen Filme wie sie.
Nur eben manchmal.. heute, in gewissen Ausnahmesituationen, war er, gelinde gesagt, etwas unsensibel. Der Tod ihres Lieblingshasen hatte sie sehr mitgenommen, und das konnte Frederic nicht verstehen. Doch konnte sie das erwarten?
Das Loch war fertig und Dana legte den Schuhkarton hinein. "Willst du auch schippen?" fragte sie Frederic, und dieser nahm artig die Schaufel und beförderte etwas Erde auf den Pappsarg.
Vielleicht sollte sie langsam Nägel mit Köpfen machen, überlegte Dana. Bislang hatten sie und Frederic für eine konsequente Zukunftsplanung kaum Zeit gehabt, doch möglicherweise war das ein Fehler. Wie leicht konnte man den richtigen Zeitpunkt verpassen ... eine schaurige Vorstellung!. Sie schaufelte die letzte Erde auf das kleine Grab und gab sich einen Ruck.
Heute abend würde sie mit Frederic reden. Er mochte Kinder, zumindest von weitem, soviel wusste sie, und es wurde Zeit, die Zukunft zu verplanen. Zwei wären nett ... vielleicht auch drei?
Beschwingt stieg sie ins Auto und Frederic folgte ihr mit düsterer Miene. Er kannte Dana - und er ahnte Fürchterliches.
Es war ihr 33. Geburtstag.


4.
Dana fummelte das Schlüsselband vom Hals, öffnete ihre Wohnungstür und ließ die Tüten, die sie auf dem Arm hatte, einfach auf den Boden fallen.
Die Kids hatten es wahrlich gut gemeint und ihr eine Massagedecke, Kirschkernkissen und andere wellnesstechnisch unverzichtbare Artikel zukommen lassen, die jedem das Lebensgefühl einer 127-jährigen vermitteln mussten.
Das einzige, was sie momentan wirklich brauchte, war ein anständiger Single Malt, der die Unmengen an verschlungener Schokoladensahne in handliche und gutverdauliche Bestandteile auflösen würde.
5 Minuten später steuerte sie mit dem Whiskyglas, einem Haferl Kaffee und ihrem Uralthandy den Ohrensessel an, in dem sie lebte, wenn sie zuhause war. Auf der Seitenablage befand sich ein Laptop und darunter ein Kasten Weißbier. Vor einigen Jahren war Dana krank geworden und konnte den lukrativen, aber aufreibenden Job als Systemadministrator nicht länger ausüben. Die Chemotherapie hatte die wuchernden Zellen in ihrem geschundenen Körper fürs erste vertrieben, doch die physische und vor allem ihre psychische Schwäche war lange geblieben.
Als die alte Kampflust wieder erwachte, war der Job natürlich weg und sie weinte ihm keine Träne nach. Die wichtigste Erkenntnis dieser harten Jahre half ihr jetzt auf die Füße - sie war nicht bereit, jemals wieder etwas tun, was sie nicht wirklich wollte. In atemberaubender Geschwindigkeit entsorgte sie den komatösen Noch-Ehemann und legte ihren Kindern erfolgreich nahe, in eines der die soziale Kompetenz ungemein fördernden Studentenwohnheime zu ziehen.
Das schnuckelige Reihenhaus mit den untoten Nachbarn wurde verkauft und Dana fand eine hübsche kleine Altbau-Wohnung im Glockenbachviertel, mit einer Kneipe an jeder Ecke und einem reizenden Schwulenpärchen nebenan.
Alte Kontakte, die Danas technische Kompetenz nicht vergessen hatten, sorgten dafür, dass sie Aufträge bekam, mit denen sie sich über Wasser hielt. Geld bedeutete ihr wenig, solange sie die Flatrate und das Bier noch bezahlen konnte, sie stand ohnehin nicht auf Designersocken.

Die Jahre hatten auch bei Dana ihre Spuren hinterlassen.
Bevor Frederic von ihr in die Tonne getreten wurde, wandelte er schon länger auf Abwegen. Sein Verhältnis mit einer Anwaltsgehilfin aus seiner Kanzlei kühlte sich nach Danas Rausschmiss allerdings merklich ab und es wurmte ihn sehr, dass ihm nun die Möglichkeit entzogen worden war, reumütig zu Dana zurückzukehren, doch diese focht das nicht an.

Ihre Freundinnen sprachen verächtlich von Frederics Midlife Crisis, doch Dana nannte es immer seinen gigantischen Eisprung, der ihn in einen schwanzgesteuerten Weltraumaffen verwandelt hatte. Sie hätte es nicht verhindern können - selbst wenn sie sich auf den Kopf gestellt und mit den Füßen gewackelt hätte, wäre er abgehauen, um mit seinem Betthäschen das Kamasutra abzuarbeiten.
Sie hatte das Bild lebhaft vor Augen - weiße knochige Beine in schwarzen Designersocken, die sich ungelenk um einen mädchenhaften Körper schlangen .. Dana schauderte es nachhaltig.

Sie hatte unter dem Liebesentzug gelitten, doch bald eingesehen, dass ein Gutteil ihres Leids auf gekränkter Eitelkeit und dem ungewohnten, aber letztendlich befreienden Alleinsein beruhte. Auf die weißen Beine und das, was sich zwischen ihnen befand, verzichtete sie dagegen gern, und fast tat ihr das arme Mädel leid .... aber eben nur fast.

Sie selbst hatte sich bislang zurückgehalten auf dem Beziehungssektor - die Anwärter stapelten sich nun eben auch nicht gerade vor ihrem Ohrensessel. Verunsichert, was ihren nicht mehr ganz jungen Körper betraf, hatte sie Hemmungen, diesen einem Fremden zuzumuten. Sie wusste, sie war gut erhalten für ihr Alter, doch ob das auch die anderen wussten .. bislang hatte sie es nicht herausfinden wollen.
Manchmal spürte sie, dass etwas Flüchtiges in ihrem Bewusstsein aufstieg ... und wie das samtige Flattern eines Nachtfalters in lauen Sommernächten war es nicht fassbar. Wenn sie es in Worte kleiden und als Gedanken denken wollte, entzog es sich, und zurück blieb ein leises Bedauern, das Gefühl des Mangels, der unbehebbar schien.

Dana hatte Kaffee und Whiskey abgestellt und wollte sich im obligatorischen Bärenschlafanzug eben in den Sessel lümmeln, als das nicht vibrationsfähige Handy ein schrilles Piepen von sich gab; an diesem Tag mindestens die 20ste SMS.
Dana überlegte, wer noch fehlte in der Sammlung der Alle-Jahre-wieder-Melder, doch die Nummer auf dem Display war ihr nicht geläufig. Die SMS enthielt eine Mailadresse. Und danach nur ein paar Worte. Hi. Hier Hanna .. hab dich ergoogelt. Do you remember me? ;-)

41 Jahre verflüchtigten sich in die unendlichen Weiten des Weltalls. Die samtigen Flügel der nächtlichen Motten wurden zu Zitronenfaltern, die über sommerlichem Grün aufstiegen und in der lauen Luft greifbar stehen blieben....
Über ihr hüpften Amseln durchs Gestrüpp, Obstkisten knarzten und seidiges blondes Haar streifte ihr Gesicht.

An ihrem 55. Geburtstag zog Dana den Rechner zu sich heran, legte ihre Füße auf den Weißbierkasten und begann zu schreiben.


©